Mit Leitfragen für die Stiftungskommunikation sind nicht Fragen nach Tools, Frequenzen oder Plattformen gemeint. Nicht Website oder Jahresbericht, nicht LinkedIn oder Medienarbeit. Leitfragen für die Stiftungskommunikation liegen davor. Sie richten den Blick auf eine grundlegendere Frage: Was soll Kommunikation in einer Stiftung überhaupt leisten?

Stiftungen verkaufen keine Produkte. Sie vertreten einen Zweck und bewegen sich in einem Feld, in dem Mittel, Verantwortung und Wirkung eng miteinander verwoben sind. Stiftungskommunikation ist hier kein Zusatz, sondern Teil des Handelns.

Bevor also über Formate entschieden wird, lohnt sich ein Schritt zurück.

1. Wofür übernehmen wir öffentlich Verantwortung

Kommunikation macht sichtbar, wofür eine Stiftung steht. Gleichzeitig verstärkt sie bestimmte Perspektiven und blendet andere aus.

Die erste Leitfrage lautet deshalb nicht: Was wollen wir erzählen? Sondern: Wofür sind wir bereit, öffentlich einzustehen?

Manchmal bedeutet das, eine Position zu klären. Manchmal bedeutet es auch, sich bewusst nicht zu äussern.

2. Wem dient unsere Sichtbarkeit

Mehr Reichweite ist kein Ziel an sich. Entscheidend ist, wem diese Sichtbarkeit dient.

Hilft unsere Kommunikation den Gesuchstellenden, uns besser zu verstehen? Erleichtert sie Projektpartnern die Zusammenarbeit? Schafft sie Orientierung im Förderfeld? Oder bleibt sie vor allem Selbstbeschreibung?

3. Welche Narrative stärken wir mit unseren Entscheidungen

Jede Förderentscheidung erzählt eine Geschichte: über Probleme, über Lösungsansätze, über Zukunftsbilder. Kommunikation verstärkt diese Geschichten und entscheidet mit, welche Perspektiven Gewicht erhalten und welche weniger sichtbar bleiben.

Fördert eine Stiftung beispielsweise vor allem Projekte, die individuelle Verantwortung betonen, erzählt sie eine andere Geschichte, als wenn sie strukturelle Ursachen in den Mittelpunkt stellt. Beide Ansätze können legitim sein. Sie zeichnen jedoch unterschiedliche Bilder davon, wie gesellschaftlicher Wandel entsteht.

Leitfragen für Stiftungskommunikation betreffen deshalb auch die Deutungsebene. Welches Bild von Gesellschaft entsteht durch das, was wir fördern und wie wir darüber sprechen?

4. Wo liegt unsere Grenze

Nicht alles muss kommuniziert werden. Manche Partnerschaften verlangen Zurückhaltung, manche Themen verlieren an Qualität, wenn sie zu stark exponiert werden.

Strategische Kommunikation kennt deshalb auch Grenzen. Nicht als Defizit, sondern als bewusste Entscheidung.

Leitfragen für Stiftungskommunikation in der Praxis

Ein mögliches Herantasten besteht darin, die vier Leitfragen zunächst schriftlich zu beantworten. Jede Person für sich, erst danach im Austausch.

Nicht um eine perfekte Formulierung zu finden, sondern um Unterschiede sichtbar zu machen.

Kommunikation scheitert selten an Texten, sondern eher an ungeklärten Annahmen. Mitunter verschiebt sich der Fokus weg vom Format und hin zur Frage, was überhaupt gesagt werden soll.

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Bild von redgreystock auf Freepik

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