Jede Förderstiftung beginnt mit einem Anliegen. Der Stiftungszweck gibt ihm eine Richtung. Wie eine Stiftung tatsächlich wirkt, entscheidet sich jedoch in ihren Förderentscheiden.
Mit der Zeit wächst jedoch die Zahl der Möglichkeiten. Fördergesuche greifen unterschiedliche Themen auf, neue gesellschaftliche Herausforderungen treten in den Vordergrund und fast jedes Projekt verfolgt ein nachvollziehbares Ziel. Vieles scheint unterstützenswert.
Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch woanders. Wirkung entsteht nicht dadurch, dass möglichst vieles gefördert wird. Sie entsteht dort, wo eine Stiftung weiss, wofür sie stehen will.
Eine Förderstrategie schafft diese Orientierung. Sie übersetzt den Stiftungszweck in konkrete Förderentscheide und macht deutlich, welche Themen, Zielgruppen und Förderansätze zum eigenen Profil passen. Ebenso wichtig ist sie dort, wo eine Stiftung bewusst entscheidet, welche Anliegen nicht im Mittelpunkt ihrer Fördertätigkeit stehen. Solche Überlegungen bündeln wir auch in unseren strategischen Fragen.
Diese Klarheit erleichtert nicht nur die Beurteilung einzelner Gesuche. Sie schafft auch Verlässlichkeit gegenüber Gesuchstellenden, stärkt die Zusammenarbeit im Stiftungsrat und macht nachvollziehbar, weshalb eine Stiftung bestimmte Projekte unterstützt und andere nicht.
Viele Fördergesuche sind überzeugend. Die Aufgabe einer Förderstrategie besteht nicht darin, das beste Projekt zu finden. Sondern jene Vorhaben auszuwählen, die am besten zum eigenen Stiftungszweck passen. So entwickelt eine Förderstiftung Schritt für Schritt ein Profil, das über einzelne Förderentscheide hinaus erkennbar bleibt.
Wie sich diese Verantwortung in der Führung von Förderstiftungen zeigt, vertiefen wir im Impuls „Leadership in Förderstiftungen – Vorausdenken, Vorausgehen, Verantwortung tragen“.
