Stiftungen entstehen aus einem Anliegen. Jemand möchte etwas ermöglichen, fördern oder bewahren. Der Zweck ist formuliert. Doch zwischen Absicht und Wirkung liegt eine Reihe von Entscheidungen.

Je breiter der Zweck, desto grösser die Versuchung, vieles gleichzeitig zu unterstützen. Projekte erscheinen sinnvoll, Anliegen berechtigt, Gesuche überzeugend. Ohne klares Profil entsteht jedoch schnell eine Streuung, die kaum mehr erkennen lässt, wofür eine Stiftung eigentlich steht.

Wirkung entsteht nicht durch Menge, sondern durch Ausrichtung.

Ein klares Stiftungsprofil schafft Orientierung. Es präzisiert den Zweck und macht ihn handlungsleitend. Nicht als theoretisches Leitbild, sondern als Rahmen für konkrete Entscheide. Welche Themen passen. Welche nicht. Welche Zielgruppen im Zentrum stehen. Welche Kriterien angewendet werden.

Hier beginnt Strategie. Sie übersetzt den Stiftungszweck in eine nachvollziehbare Linie. Sie verbindet das Anliegen mit dem Umfeld, in dem die Stiftung wirkt, und mit den Ressourcen, die ihr zur Verfügung stehen. Erst daraus lassen sich Ziele und Vergabekriterien ableiten, die konsistent sind.

Wirkungsorientiertes Stiftungsmanagement bedeutet deshalb nicht, möglichst viel zu fördern. Es bedeutet, bewusst zu wählen. Profil entsteht durch Entscheidung und manchmal durch Verzicht. Wie sich diese Verantwortung in der Führung von Förderstiftungen konkret zeigt, haben wir im Impulsbeitrag „Leadership in Förderstiftungen – Vorausdenken, Vorausgehen, Verantwortung tragen“ vertieft.

Je klarer diese Linie ist, desto leichter lassen sich Mittel einsetzen, Partnerschaften gestalten und Wirkung überprüfen. Nicht, um sie zu maximieren, sondern um sie nachvollziehbar zu machen.

Strategie ist damit kein Zusatz zur Fördertätigkeit. Sie ist deren Voraussetzung.

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